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Merz übt bei Iran-Zukunft Druck auf Trump aus

Bundeskanzler Friedrich Merz ist in «herausfordernden Zeiten» freundschaftlich von US-Präsident Donald Trump empfangen worden.

Nach einem Händedruck im Oval Office des Weißen Hauses kündigte Merz Gespräche über die Zeit nach dem Iran-Krieg an. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, sagte der Kanzler.

Allerdings übte Merz bei der Frage nach der Iran-Strategie Druck auf den US-Präsidenten aus. „Wir müssen über die Strategie sprechen, was am Tag danach (nach dem Ende des Krieges, Anm.d.R) passiert“.

Trump bezeichnete Merz bei dessen drittem Besuch binnen weniger Monate unterdessen als „sehr erfolgreichen Mann“, der „einen großartigen“ Job mache und zu einem Freund geworden sei. Der Kanzler bedankte sich für die Gastfreundschaft – und betonte, mit dem US-Präsidenten auch über den Krieg in der Ukraine sprechen zu wollen. Es gebe zu viele „bad guys“ (in etwa: Bösewichte) in dieser Welt, sagte der Kanzler. Er sei froh, in diesen herausfordernden Zeiten mit Trump sprechen zu können.

Merz macht bei Iran-Strategie Druck

18.30 Uhr: Anschließend ist der offizielle Teil des Treffens von Merz und Trump beendet.

18.27 Uhr: Zum Abschluss des öffentlichen Teils des Treffens preist Trump nochmal seinen aus eigener Sicht Einsatz für den Weltfrieden. Hättend die USA im Iran nicht gehandelt, hätte es nämlich „einen Atomkrieg gegeben“ so Trump.

18.24 Uhr: Deutschland unterstütze die USA und Israel bei ihren Angriffen auf den Iran. Wir freuen uns über den Tag, wenn das Regime nicht mehr besteht, sagt der Bundeskanzler. Allerdings übt er auch Druck auf den US-Präsidenten aus: „Wir müssen auch über die Strategie für den Tag danach sprechen“.

18.21 Uhr: Angesprochen auf eine mögliche Bestrafung von Spanien, setzt Merz auf einen Dialog mit dem NATO-Partner. Man werde versuchen, mit Spanien zu sprechen, um das Land zu überzeugen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen.

18.16 Uhr: Im Gegensatz dazu sei Iran ein „furchtbares Land“. Wenn die USA diesen Angriff nicht gestartet hätten, „dann hätten der Iran jetzt eine Atombombe“, so Trump. Barack Obama habe 2015 ein „furchtbares Abkommen“ mit dem Iran geschlossen, das er gestoppt hätte. Der Deal hätte Iran den Weg zu Nuklearwaffen geebnet, behauptet der US-Präsident: „Dann hätten sie diese auch eingesetzt.“

„Wie behandeln wir Deutschland?“, fragt Trump und wirft ein: „Wir sollten sie sehr, sehr hart treffen“

18.15 Uhr: Nun spricht Trump über die Zollpolitik. „Wir haben jetzt einen einfachen 15-Prozent-Zoll für alle Länder“, erklärte Trump. Dann erklärte Chris Pilkerton, Trumps Stellvertretender Finanzminister für Investitionssicherheit, wie diese funktioniere, als Trump plötzlich eine Frage einwirft. „Wie behandeln wir Deutschland?“, fragt der US-Präsident und wirft dann ein. „Wir sollten sie sehr, sehr hart treffen.“ Das löst Gelächter im Oval Office unter Teilnehmern und Journalisten aus. Trump klatscht Merz dabei feixend auf den Oberschenkel. Pilkerton sagt zu Trump: „Die Deutschen sind sehr konstruktiv.“

18.12 Uhr: Nun geht es um China. Trump werde nach eigenen Angaben „sehr bald“ dort hinfliegen. Die USA und Deutschland würden China respektieren und hätten mit der Volksrepublik ein „sehr gutes Verhältnis“.

18.07 Uhr: „Ich bin ebenfalls nicht glücklich über das Vereinigte Königreich“, sagte Trump. Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Am Sonntagabend lenkte der britische Premierminister Keir Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang. Trump sagte, es hätte deutlich bessere Lösungen dafür gegeben. Er zieht historische Parallelen zum Zweiten Weltkrieg: „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun“, sagt er über Starmer.

Trump friert „alle Deals“ mit Spanien ein

18.06 Uhr: „Sie waren unfreundlich“, sagte Trump. Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, „alle Deals“ mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar.

18.05 Uhr: Trump beschwert sich auch über die Reaktion der Nato-Mitglieder Spanien und Großbritannien. Besonders auf Spanien ist Trump nicht gut zu sprechen. „Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten“, sagte Trump im Weißen Haus mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. „Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen.“e seinen Finanzminister Bessent aufgefordert, „jeden Handel“ mit Spanien abzubrechen.

18.04 Uhr: Der deutsche Bundeskanzler hoffe, dass der Krieg bald beendet wird, auch im Hinblick auf die Folgen für die Weltwirtschaft.

Trump über deutsche Hilfe für US-Angriff: „Lassen uns in einigen Gebieten landen“

18 Uhr: Deutschland sei ein sehr respektiertes Land, sagt der US-Präsident. Der NATO-Partner würden den USA in vielen Punkten helfen. „Sie lassen uns in einigen Gebieten landen“, so der US-Präsident. „Wir erwarten aber keine Bodentruppen“. Dann vergleicht Trump Merz mit Angela Merkel, so sei er in vielen Dingen „das komplette Gegenteil“ der Altkanzlerin: „Er macht seine Sache sehr gut“.

17.58 Uhr: Der Iran habe ausschließlich zivile Orte, wie Hotels und Wohnungen angegriffen. Dagegen würde die USA den Iran nur „dort treffen, wo es weh tut“

17.55 Uhr: Der US-Präsident sei überrascht gewesen, dass der Iran Länder angegriffen haben, die eigentlich neutral seien. Damit bezieht er sich auf die Golfstaaten. „Das zeigt, mit welchem Übel wir es zu tun haben, die sogar Länder getroffen haben, die sogar etwas freundlich mit ihnen waren“, so Trump.

Trump zu Iran-Initiative: „Wenn überhaupt, habe ich Israels Hand geführt“

17.53 Uhr: Trump wird gefragt, ob Israel die USA gezwungen habe, den Iran zu angreifen. Der US-Präsident dementiert klar: „Wenn überhaupt, habe ich Israels Hand geführt“.

17.52 Uhr: Deutschland stehe im Kampf gegen das islamische Regime im Iran an der Seite der USA, sagt Merz. Allerdings werde man auch über andere Themen, wie die Ukraine sprechen.

17.51 Uhr: Unmittelbar danach spricht Trump direkt über den Iran. Es laufe alles einwandfrei: „Die Marine ist zerstört, die Luftwaffe ist zerstört. Wir haben großen Erfolg.“

17.50 Uhr: Trump lobt Merz zu Beginn in höchsten Tönen. Er sei ein „guter Freund“ und ein wichtiger Partner.

17.50 Uhr: Mit etwas mehr als 30 Minuten Verspätung beginnt das Treffen von Merz und Trump.

16.54 Uhr: Inmitten des eskalierenden Krieges im Nahen Osten reist Bundeskanzler Friedrich Merz in die US-Hauptstadt Washington. Neben dem alles überlagerndem Thema Iran soll es auch um die Ukraine sowie Trumps Zollpolitik gehen. Um 17.15 Uhr ist das Treffen vor der Presse geplant.

Ein Thema wird dabei ganz klar im Mittelpunkt stehen: Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die sich inzwischen zu einem Krieg ausgeweitet haben, der einen großen Teil der Nahost-Region erfasst hat. Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Der Erste verlief ausgesprochen harmonisch, diesmal dürfte es schwieriger werden.

Das Treffen: Erst Oval Office, dann Mittagessen

Seit Trump Präsident ist, gelten die Empfänge von ausländischen Staatsgästen im Oval Office – dem mit allerhand Gold verzierten Büro des Präsidenten im Westflügel des Weißen Hauses – als berüchtigt. Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj demütigte Trump hier vor laufenden Kameras und auch den südafrikanischen Staatschef Cyril Ramaphosa führte er vor.

Merz kam dagegen im vergangenen Juni ziemlich gut davon. Trump bezeichnete ihn als „respektierten“ und „guten Mann“ und versprach: „Wir werden eine großartige Beziehung zu Ihrem Land haben“

Für das Treffen heute Vormittag (Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) sind 30 Minuten im Oval Office angesetzt. Erfahrungsgemäß kann es aber deutlich länger dauern. Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen geplant.

Trump und der Iran: „Wir prügeln sie windelweich“

Das klar dominierende Hauptthema wird der Krieg gegen den Iran sein. Die USA wollen nach Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth die iranische Raketenbedrohung und ihre Marine zerstören. Das Land dürfe keine Atomwaffen haben. Ein Teil der iranischen Führungsriege wurde bereits getötet, militärische Stützpunkte, Atomanlagen und Waffensysteme zerstört.

„Wir prügeln sie windelweich“, sagte Trump am Montag. Er will den Krieg in vier bis fünf Wochen beenden, sagt aber auch, dass es länger dauern kann. „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen“, sagte er dem Sender CNN. „Die große Welle kommt bald.“

Trump und Hegseth haben sich über mangelnde Unterstützung der europäischen Verbündeten beklagt. Trump zeigte sich vom britischen Premierminister Keir Starmer enttäuscht, der die Nutzung britischer Stützpunkte durch die US-Armee zu spät erlaubt habe. Hegseth kritisierte die „traditionellen Verbündeten“ insgesamt, die sich empört geben und „beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern“.

Merz und der Iran: „Das ist nicht ohne Risiko“

Es könnte also ungemütlich für Merz werden. Er hat zwar Verständnis für die Angriffe geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Auf Kritik und Belehrungen der beiden wichtigen Verbündeten USA und Israel verzichtete er zwar, mahnte aber auch: „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, zu welcher Eskalation in der Region die harten iranischen Gegenschläge führen würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne. Der Kanzler verwies auf die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen, die nicht zum erhofften Ziel geführt haben.

Dabei hatte Merz im Januar ein Ende der iranischen Führung selbst vorhergesagt und die Militärschläge gegen den Iran im vergangenen Jahr sehr deutlich unterstützt. „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle“, sagte er damals im ZDF.